Vorwort

Am 22. und 23. August 2026 fand das 31. Ahrdorfer Seifenkistenrennen statt und selten war es im Vorfeld so ruhig wie diesmal. Bei ahrdorf.de hatte sich eigentlich gar nichts getan (Asche auf mein Haupt!). Das lag aber auch daran, dass bei mir - bis auf die Nachricht für die Anmeldung - keine Informationen angekommen sind.


Allerdings ist das Thema Website auch nicht mehr so wichtig wie früher. TikTok, Facebook und Instagram haben der klassischen Internetseite in Bezug auf solche Veranstaltungen den Rang abgelaufen. Das kann man gut finden oder nicht. Es ist einfach so. Teilweise ist es schon etwas schade, denn die genannten Medien sind aus meiner Sicht sehr "flüchtig", das heißt: man schaut nicht fünf Jahre später mal bei Instagram, was zum Seifenkistenrennen 2026 gepostet wurde. Das ist längst weit nach hinten gerutscht und teilweise nur noch schwer zu finden. Bei einer gut gepflegten Internetseite macht man das schon. Naja, vielleicht ist das auch einfach eine Generationenfrage.


Jedenfalls ist einer meiner guten Vorsätze für das neue Seifenkistenjahr, dass ich mal wieder etwas mehr Gas gebe und für das nächste Seifenkistenrennen auch im Vorfeld wieder aktiv bin. 


Was es bei den Seifenkistenrennen eigentlich noch nie gegeben hat, ist dieses Jahr passiert. Ich war an dem Samstag nicht dabei. Durch eine Unachtsamkeit gab es in meinem Kalender eine Terminkollision, die ich leider nicht auflösen konnte. Und so fand der Samstag ohne mich statt. Dadurch kann ich vom Kinderrennen auch nur die Ergebnisse berichten. Die Fotos dazu hat dankenswerterweise Gerd Fölsch zur Verfügung gestellt.

Abschiede

Auch in diesem Jahr mussten wir wieder von lieben Menschen Abschied nehmen, die mit dem Ahrdorfer Seifenkistenrennen verbunden waren. Seit dem letzten Rennen verstarben Ursula Fölsch und Jens Hulshof.


Ursula Fölsch war die Ehefrau von Gerd Fölsch, der seit vielen Jahren professionelle Fotos vom SKR macht und immer mitten im Geschehen ist. Auch Ursula war immer zur Stelle, wenn es darum ging, beim SKR zu helfen, egal ob mit Kuchenspenden oder durch die Übernahme von Diensten.


Jens Hulshof war so manches Jahr als Fahrer mit dabei, und das sehr erfolgreich. Drei zweite Plätze und zwei dritte Plätze stehen bei ihm zu Buche. Das Renn-Gen hat er an seinen Sohn Jan vererbt. Davon wird später in diesem Bericht noch die Rede sein.


Im Rahmen der Siegerehrung am Sonntag wurde der Beiden gedacht.


Programm und Klasseneinteilung

Freitag, 21.08.2026


18.00 Uhr: Streckeneröffnung


Samstag, 22.08.2026


10.00 Uhr: Abnahme der Fahrzeuge und Einweisung

11.00 Uhr: Rennen der Klassen 1 - 4

15.30 Uhr: Siegerehrung

16.30 Uhr: Warmup der Klassen 5 und 6

ab 18.00 Uhr: Strecken-Party mit Live-Music der Band "Black Pearl"


Sonntag, 23.08.2026


09.00 Uhr: Abnahme der Fahrzeuge und Einweisung

10.00 Uhr: Wertungsläufe der Klassen 5 - 6

13.30 Uhr: Fahrer-Parade aller Klassen

14.00 Uhr: Wertungsläufe

17.30 Uhr: Siegerehrung und After-Race-Party


Bei den Klassen 5 und 6 ist die Alterseinteilung eher als Richtwert zu verstehen. Weil man von der Teilnehmerzahl her möglichst gleich starke Gruppen haben möchte, sortiert man die gemeldeten Fahrer nach Alter und macht dann etwa in der Mitte einen Schnitt. Diesmal wurde der Schnitt bereits bei 28 Jahren gemacht. Nicht mit 41, sondern mit 28 ist man also schon ein SKR-Senior. Beachtlich!

Klasse Fahrzeuge Altersbeschränkungen
1 Kettcars 6 - 10 Jahre
2 Kettcars 11 - 15 Jahre
3 umgebaute Kettcars (Zwischenklasse) 8 - 15 Jahre
4 Seifenkisten 11 - 18 Jahre
5 Seifenkisten 16 - 40 Jahre
6 Seifenkisten 41 - 101 Jahre

22.08.2026: Das Kinderrennen

Die Wettervorhersage für den Rennsamstag war alles andere als gut. Kühles und regerisches Wetter war angesagt. Das war natürlich für das Seifenkistenrennen alles andere als gut, denn die Straße muss trocken sein, damit das Rennen gefahrlos stattfinden kann.  


Bei der Abnahme der Fahrzeuge und der Einweisung für die Fahrer, die im Bild zu sehen ist, waren dunkle Wolken am Himmel zu sehen, und es sollte auch zu einer regenbedingten Unterbrechung kommen. Doch auf solche Situationen ist man nach 31 Seifenkistenrennen, bei denen es - bis auf Schnee - schon alles gab, eingestellt. Und so konnte nicht nur das Kinderrennen planmäßig durchgeführt werden. Auch die beiden für diesen Tag vorgesehenen Läufe der Klassen fünf und sechs wurden absolviert. 


Hier ein Überblick über das Teilnehmerfeld des Kinderrennens:

  • Klasse 1: Anton Hellendahl, Lio Klein, Enea Otten, Mattheo Schmitz
  • Klasse 2: Lucie Heck, Merle Hellendahl, Nico Schwabe
  • Klasse 3: Zola Brück, Abby Keul, Lian Klein, Angelina Lind, Merle Schmitz
  • Klasse 4: Enrico Brandt, Leano Brück, Neo Brück, Mika Fahs, Jaro Frings, Eva Keul, Mae Keul, Felix Kirstgen, Moritz Kirstgen, 

Alle Bilder des Rennsamstags stammen von Gerd Fölsch. Für eine größere Ansicht einfach auf die Bilder klicken.

Trotz des schlechten Wetters hatten alle Fahrerinnen und Fahrer ihren Spaß und das Rennen war gut besucht. Das Endergebnis setzt sich aus den beiden besten Einzelzeiten aus insgesamt fünf Läufen zusammen.  Am Ende sah es wie folgt aus:


Klasse 1:

Platz Name Vorname Zeit in Sek.
1 Klein Lio 70,29
2 Hellendahl Anton 72,88
3 Otten Enea 81,07
4 Schmitz Matteo 83,26

Was bei den Erwachsenen der Sekt ist, ist bei den Kindern das Mineralwasser. Es macht offenbar genauso viel Spaß, sich gegenseitig damit zu "taufen".

Klasse 2:

Platz Name Vorname Zeit in Sek.
1 Hellendahl Merle 71,87
2 Schwabe Nico 73,27
3 Heck Lucie 103,9

Interessant ist, wenn man sich die Entwicklung der Fahrerinnen und Fahrer anschaut. Im Vergleich zum letzten Jahr haben sich alle verbessert.

Die Siegerehrung wurde vom Ahrdorfer Ortsvorsteher Ralf Ruland durchgeführt.

Klasse 3:

Platz Name Vorname Zeit in Sek.
1 Schmitz Merle 69,42
2 Klein Lian 70,81
3 Brück Zola 71,10
4 Lind Angelina 73,40
5 Keul Abby 82,03

Klasse 4:

Platz Name Vorname Zeit in Sek.
1 Brandt Enrico 63,75
2 Keul Mae 63,86
3 Frings Jaro 65,19
4 Kirstgen Moritz 65,50
5 Kirstgen Felix 65,53
6 Fahs Mika 65,66
7 Keul Eva 66,53
8 Brück Neo 72,04
9 Brück Leano 74,69

Auch in diesem Jahr ging es eng zu. Zwischen Platz 1 und 2 lagen gerade mal 0,11 Sekunden und die Plätze 3 bis 6 lagen ebenfalls keine Sekunde auseinander. 

Die Streckenparty


Die Streckenparty wird - mittlerweile auch schon traditionell - durch die Coverband "Black Pearl" begleitet. Die Rock-Cover-Band kommt aus Adenau in der Eifel, nahe dem Nürburgring. Sie spielt klassische Rock- und Pop-Hits der 1970er bis 1990er Jahre live und ohne Computer-Samples.

Natürlich durfte auch das anschließende Feuerwerk nicht fehlen. Hier kam den Organisatoren der Regen zugute. Noch vor kurzem hätte man das wegen der wochenlangen Trockenheit und der dadurch bestehenden Brandgefahr nicht durchführen können. So aber konnte man es "krachen lassen". Ein Video vom Feuerwerk, produziert von Georg Brück, findet man bei YouTube.


23.08.2026: Das Erwachsenen-Rennen

So, jetzt kommen wir zum Erwachsenenrennen, über das ich dann auch wieder ein wenig berichten kann. Mit 33 Fahrerinnen und Fahrern war das Teilnehmerfeld etwas kleiner als im letzten Jahr. Das lag unter anderem daran, dass Dietmar Schlecht, Ralf Ruland und Markus Fahs, allesamt Legenden des Ahrdorfer Seifenkistenrennens, diesmal auf einen Start verzichtet hatten. Auch Nina Hockertz, die seit frühester Kindheit als Fahrerin beim SKR dabei war, nahm ebensowenig teil wie Tim Schlecht, der sich dieses Jahr ganz auf seine Rolle als Streckensprecher konzentrieren wollte.


Als Neuerung für die Fahrer hatte sich das Orga-Team eine kleine Änderung an der Strecke ausgedacht. Der erste Teil der Schikane Feriendorf wurde nach oben gezogen und begann nicht weit vom Start entfernt, gleich hinter der ersten Rechtskurve. 

Wie auf dem Bild zu sehen ist, stellt die Schikane durchaus schon eine erste Herausforderung für die Fahrer dar und so war denn auch seltener als sonst die Meldung "Schikane Feriendorf, null Fehler" zu hören.


Größere technische Änderungen gab es diesmal nicht. Die Technik ist mittlerweile so professionell, dass man schon fast nichts mehr verbessern kann. Die Zeiten werden - inklusive Zwischenzeiten - per Lichtschranke auf die Hundertstelsekunde genau gemessen, alle Zeiten werden live in der Hubertushofkurve angezeigt, es gibt akustische Signale für Start, Zwischenzeit und Zieleinfahrt und und und. Es ist wirklich beeindruckend, wie Bernd Zimmer mit seinen Mitstreitern die Technik im Laufe der Jahre perfektioniert hat.

Das Ende einer Startrampe?


Die Technik, die Bernd Zimmer implementiert hat, ist allerdings auf verschiedene Faktoren angewiesen. Einer davon ist eine funktionierende Startrampe. Wer die Berichte der letzten Jahre verfolgt hat, erinnert sich vielleicht daran, dass die Startrampe immer mal wieder Probleme gemacht hat. Nach der provisorischen Reparatur hieß es dann meistens: "Da müssen wir bis zum nächsten Jahr mal etwas dran machen." Doch mit dem Seifenkistenrennen ist es wie mit Weihnachten: das kommt auch immer so plötzlich. Will heißen: die Startrampe wurde im selben Zustand aufgebaut wie sie im letzten Jahr abgebaut worden war.


Während des Rennens hieß es plötzlich: "Wir haben technische Probleme!". Sogar Bernd Zimmer musste seine Kommandozentrale in der Hubertushof-Kurve verlassen und zur Beratung an die Startrampe im Feriendorf kommen. Diesmal war nichts mehr zu reparieren. Man musste sich behelfen. 


Ein kurzes YouTube-Video aus dem letzten Jahr zeigt, wie die Startrampe funktioniert.

Die Seifenkisten werden vorsichtig auf die Rampe geschoben, und zwar bis an eine senkrecht stehende Holzbohle. Die Fahrer müssen dort vorsichtig bis zum Erreichen der Holzbohle bremsen, damit die  Bohle, die die Seifenkiste zurückhalten soll, nicht kaputtgeht. Dann können sie die Bremse loslassen. Sobald die Rennleitung den Start freigegeben hat, wird die Holzbohle heruntergeklappt und die Seifenkiste fährt selbständig los. Die Zeitnahme wird durch eine Lichtschranke ausgelöst, die vor der Startrampe aufgestellt ist.

Der Behelf sah nun so aus, dass die Fahrer mit ihren Seifenkisten ganz vorsichtig bis zu einem senkrecht stehenden Kantholz rollen mussten, das von jemandem - in dem Fall Hans-Josef Keul - gehalten werden musste. Dann mussten die Fahrer auf der Bremse stehenbleiben. Gab die Rennleitung nun den Start frei, ging Hans-Josef unter Mitnahme des Kantholzes zur Seite und der Fahrer konnte losfahren.


Als Behelf hat das ganz gut funktioniert, aber jetzt ist - glaube ich - eine Grundsanierung der Startrampe fällig. In einem Gespräch habe ich mitbekommen, dass die Kirstgen-Brüder sich darum kümmern sollen. Wenn das so ist, dann bin ich sicher, dass wir im nächsten Jahr eine erstklassig funktionierende Startrampe sehen werden.

Das war aber die einzige nennenswerte technische Störung des Tages und diesmal spielte auch das Wetter mit. Die Sonne strahlte vom Himmel und bescherte Fahrern und Zuschauern bei angenehmen Temperaturen ideales Rennwetter.


In Klasse 5 ging es insbesondere beim Kampf um den dritten Platz sehr eng zu. Tragisch lief es für Robin Ruland, der lange auf einem Podiumsplatz stand bis auf den undankbaren Platz fünf durchgereicht wurde. Ein ganz besonderes Ergebnis war der erste Platz für Jan Hulshof, der diesen Sieg - da bin ich sicher - seinem in diesem Jahr ganz plötzlich verstorbenen Vater widmete.


In Klasse 6 war eigentlich alles wie immer, jedenfalls ganz oben. Es siegte - wer auch sonst - Michael Keul. Er wurde gleichzeitig mit einer sensationellen Zeit von 50,86 Tagesschnellster. Der Zweitplatzierte, Florian Leyendecker, hatte sich mit zwei guten Zeiten am Samstag eine gute Ausgangsposition verschafft. Mit Florian muss man immer rechnen und es schien, als würde er um den ersten Platz mitfahren könne. Doch am Sonntag konnte er nicht mehr an die Topzeiten anküpfen und hatte auch noch Pech. Im vierten Lauf brach in der Schlechtschikane ein weg. Zum Glück konnte die Seifenkiste repariert werden, sodass Florian das Rennen fortsetzen konnte. Später hatte er dann noch einen Reifenplatzer, allerdings erst nachdem er schon im Ziel war. Trotz des guten zweiten Platzes war Florians Laune zeitweise ein wenig im Keller - verständlicherweise.



Die Rote Laterne ging diesmal an Lukas Hockertz-Feige, der auch für einen spektakulären Unfall sorgte. In der Schlecht-Schikane verlor er kurz die Kontrolle über seine Seifenkiste, drehte sich und fuhr dann auf der anderen Straßenseite rückwärts den Berg hoch. Aus dieser Situation konnte er sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien.


Doch die Helfer waren schnell zur Stelle und schoben die Seifenkiste zu einem kurzen Boxenstop in eine nahegelegene Garage. Leider konnte die Seifenkiste, die den schönen Namen "Rennschnecke Rudi" trägt, danach nur noch bis ins Ziel rollen, aber nicht mehr weiter am Rennen teilnehmen. Der Name "Rennschnecke Rudi" wurde  in Anlehnung an Rudi Hockertz, einer weiteren Rennlegende des SKR, gewählt. Nachfolgend ein paar Fotos von dem ungewöhnlichen Crash, bei dem der Fahrer übrigens unverletzt blieb.  

Die Siegerehrung nahm erneut Markus Ramers, Landrat des Kreises Euskirchen, vor. Er hat in Ahrdorf wahrlich ein Heimspiel. Wie der Ahrdorfer Ortsvorsteher Ralf Ruland mit einem verschmitzten Lächeln in seiner Anmoderation erwähnte, hat Ramers in Ahrdorf bei der letzten Wahl das beste Wahlergebnis aus allen Orten der Gemeinde Blankenheim eingefahren. 


Der Landrat betonte in seiner Ansprache, die immer wieder von Beifall der Zuschauer unterbrochen wurde, dass er gerne gekommen sei und begeistert sei von dem, was in Ahrdorf mit dem Seifenkistenrennen auf die Beine gestellt wurde. Das Seifenkistenrennen in Ahrdorf sei ein weiterer Beweis dafür, dass man im Kreis Euskirchen viele ehrenamtlich engagierte Menschen habe, die anpacken und denen das Miteinander wichtig ist. Unter dem Jubel der Zuschauer übermittelte er die Botschaft, dass die Zusage für das Rennen 2027 bereits feststeht.

Hier die Ergebnisse des Erwachsenen-Rennens in Tabellenform:


Klasse 5:

Platz Name Vorname Zeit in Sek.
1 Hulshof Jan 104,89
2 Kirstgen Simon 105,91
3 Keul Johannes 106,06
4 Brandt Eduard 106,62
5 Ruland Robin 106,70
6 Thelen Johann 107,46
7 Zenz Rainer 108,04
8 Frings Jonas 108,83
9 Ruland Niklas 109,33
10 Baldemir Sinan 110,15
11 Pesch Elias 113,32
12 Stollenwerk Leon 114,41
13 Lessing Luis 117,78

Klasse 6:

Platz Name Vorname Zeit in Sek.
1 Keul Michael 102,06
2 Leyendecker Florian 105,86
3 Hattenrath Marcel 106,85
4 Marx Matthias 107,80
5 Daniels Lukas 107,91
6 Brück Andreas 108,26
7 Jehnen Simon 108,42
8 Brandt David 108,78
9 Hockertz Pascal 109,15
10 Schiffer Sascha 109,32
11 Humble Frank 109,89
12 Klein Tobias 111,60
13 Klein Timon 112,37
14 Schmidt Heiko 117,88
15 Haipl Henning 118,92
16 Lange Florian 120,73
17 Hockertz-Feige Lukas 125,95

Der Ladies-Cup


Auch in diesem Jahr gab es wieder einen Ladies-Cup, der - wie der Name sagt - unter den Fahrerinnen ausgemacht wird. Es gewann Katja Weber mit einer Zeit von 114,72 Sekunden vor Malin Fahs (121,70 Sekunden) und Alina Tietz (123,42 Sekunden).

Gastfahrer und lustige Holzhackerbuam


Seit einigen Jahren wird von den Organisatoren des SKR eine Seifenkiste zur Verfügung gestellt, mit der Gastfahrer gegen einen kleinen Obolus beim Rennen ganz spontan und außerhalb der Wertung mal einen Lauf mitfahren können. Die Seifenkiste, mit der die mutigen Gastfahrer die Rennstrecke hinunterbrettern, ist ein etwas in die Jahre gekommenes Fahrzeug, dass beim SKR allerdings schon mal Siege eingefahren hat. Die "Jägermeister-Kiste" von Hermann Kirstgen und Dietmar Wassong. Sowohl optisch als auch bei technischen Feinheiten müsste da nochmal jemand ran. Aus dem "Jägermeister" wurde, wie auf der Kiste zu lesen ist, der "alte Meisterjäger".


Naja, dieses Jahr nutzten 11 Frauen und Männer die Möglichkeit der Gastfahrt. Dabei kam es zu einem ganz besonderen Wettkampf. In Ahrdorf gibt es eine Gruppe von Männern, die es sich zum Hobby gemacht haben, "Holz zu machen", wie man in der Eifel sagt. Heißt: ihnen zugewiesene Baumstämme im Wald bearbeiten, zersägen, nach Hause transportieren und dort ggf. weiterbearbeiten. Namentlich sind das Markus Fahs, Matthias Keul, Hermann Kirstgen, Ralf Ruland und Dietmar Wassong. Die Kollegen arbeiten aber nicht nur zusammen, sondern es gibt auch immer eine - wie man heute sagen würde - "After-Work-Session". Dann wird der Grill angeworfen und bei einem guten Fläschchen Bier der nächste Einsatz besprochen. Natürlich gibt es auch eine Weihnachtsfeier.


Die fünf Kameraden haben schon so manches Seifenkistenrennen bestritten, doch diesmal waren sie nicht gemeldet. Aus einem typischen Thekengespräch entwickelte sich dann die Idee, sich als Gastfahrer anzumelden und unter sich auszumachen, wer die nächste Weihnachtsfeier finanziert. Gesagt, getan. Und so zwängten sich die Veteranen in die scheinbar über die Jahre hinweg enger gewordene Seifenkiste, fluchten - mal mehr, mal weniger - über deren technische Unzulänglichkeiten, und dann ging's los. Bis auf Matthias Keul habe ich alle Fahrer im Bild festhalten können.

So ganz fair war das eigentlich nicht, denn Hermann und Dietmar haben die Seifenkiste selber gebaut bzw. kannten sie aus ihrer "aktiven Zeit". Naja, aber solche Kleinigkeiten zählen nicht. Ergebnis: Die fünf Hobby-Forstarbeiter belegten in der inoffiziellen Gastfahrerwertung die ersten fünf Plätze. Matthias Keul wurde Fünfter und darf nun die Weihnachtsfeier bestreiten. Hier die Übersicht über die Gastfahrer-Wertung. Bitte dabei berücksichtigen, dass hier nur eine einzige Zeit gelistet ist und nicht die Summe der zwei besten Zeiten.

Platz Name Vorname Zeit in Sek.
1 Kirstgen Hermann 57,90
2 Wassong Dietmar 59,96
3 Ruland Ralf 60,72
4 Fahs Markus 63,99
5 Keul Matthias 67,70
6 Zipper Julius 71,48
7 Hockertz Nina 71,51
8 Welker Rhodora 72,71
9 Zipper Felix 79,58
10 Büttner Freddy 84,88
11 Rücker Frank 88,37

Natürlich gab es auch hier eine Siegerehrung. Erwartungsgemäß konnte ich hier kein vernünftiges Foto machen, weil die Kameraden mit der obligatorischen Sektdusche nicht warten konnten. Anschließend mussten sich dann auch alle umziehen. Sekt kann ganz schön nass und klebrig sein. Bitte die Bilder für eine größere Ansicht anklicken.

Die Mannschafts-Wertung


Die Mannschaften wurden bereits am Freitag ausgelost. Die besten Fahrer des SKR 2025 wurden zu Mannschaftskapitänen ernannt, denen dann die übrigen Teammitglieder zugelost wurden. Anders als in den vergangenen Jahren, wo immer Vierer-Teams gebildet worden waren, gab es diesmal überwiegend Dreier-Teams. Das war auch bei der Siegerehrung praktisch, denn bei insgesamt 12 Fahrerinnen und Fahrern ging es doch immer recht eng auf dem Siegertreppchen zu. 


Die Wertungszeit wird wie folgt ermittelt: Es wird von jedem Starter eines Teams die Top-Zeit genommen, dann alle Top-Zeiten zusammenaddiert und der Durchschnitt genommen.


Es ergaben sich folgende Platzierungen (der Mannschaftskapitän ist unterstrichen, die gewertete Zeit in Klammern dahinter):


  1. Team "Naach Mattes": Johann Thelen, Jan Hulshof, Niklas Ruland (53,38)
  2. Team "Ortsvorsteher": Eduard Brandt, Johannes Keul, Elias Pesch (53,92)
  3. Team "Fensterbau Marx": Florian Leyendecker, Tobias Klein, Marcel Hattenrath (53,94)
  4. Team "Schrotthandel Schlecht": Robin Ruland, Frank Humble, Rainer Zenz (53,98)
  5. Team "Camping Frings-Mühle": Simon Jehnen, David Brandt, Sascha Schiffer, Pascal Hockertz (54,24)
  6. Team "Dachdeckerei Radermacher": Simon Kirstgen, Sinan Baldemir, Malin Fahs, Andreas Brück (55,46)
  7. Team "Pfeffermühle Uedelhoven": Michael Keul, Luis Lessing, Heiko Schmidt, Katja Weber (56,41)
  8. Team "Goldenes / Pinkes Schaf": Jonas Frings, Timon Klein, Florian Lange (56,65)
  9. Team "Zimmerei / Dachdeckerei Kirstgen": Matthias Marx, Lukas Hockertz-Feige, Leon Stollenwerk (56,84)
  10. Team "SF-Bau GmbH": Lukas Daniels, Alina Tietz, Henning Haipl (58,00)


Auch hier sieht man wieder, dass es teilweise ganz schön eng zuging. Die SF-Bau GmbH hat übrigens diesmal auch das Sponsoring für die Bons übernommen.

Die Rote Laterne


Wer in ein Rennen geht, will eigentlich nicht Letzter werden, und normalerweise gibt es für den letzten Platz auch keine Ehrung. Beim Seifenkistenrennen in Ahrdorf ist das anders. Auch der letzte Platz wird mit einem Pokal belohnt, und zwar mit einem ganz besonderen: einer roten Laterne. Das ist ein Wanderpokal, denn der Gewinner beim nächsten Seifenkistenrennen wieder mitbringen muss. Doch nicht nur dass: er muss ihn auch irgendwie verändern - im Idealfalle verschönern. Gewonnen hat den Pokal diesmal Lukas Hockertz-Feige mit einer Wertungszeit von 125,95 Sekunden. 

Fotos, Fotos, Fotos...


Natürlich wurden wieder viele Fotos geschossen! Gerd Fölsch war beispielsweise an allen Tagen mit der Kamera unterwegs und hat alles dokumentiert. Die Bilder findet man auf der Fotoplattform von Amazon. Hier die Links dazu:



Von Andreas Scheel habe ich dankenswerterweise einige Fotos bekommen, die ich nachfolgend als Galerie gerne zeige. Für eine größere Darstellung bitte klicken.

So, das war die Berichterstattung für das Seifenkistenrennen 2026! Es war wieder ein schönes Fest. Viele Fahrer, viele Zuschauer, (einigermaßen) gutes Wetter, gute Organisation, eine tolle Stimmung. Was will man mehr?


Macht's gut und bis zum nächsten Jahr!